Auf der Zielgeraden1435066500
Ergebnisse der Qualifikationsregatten geben Anlass zur Hoffnung für den BW

Seit Anfang April bewiesen sich unsere BW-Kandidat*innen auf mehreren Regatten als teilnahmewürdig, verbesserten ihre Zeiten und sammelten wichtige Erfahrungen auf unterschiedlichen Gewässern und im Umgang mit dem Regattastress und der Konkurrenz aus unterschiedlichen Bundesländern. Um sich für den Bundeswettbewerb in Hürth zu qualifizieren hatte der TRJ-Vorstand allen Nominierten auferlegt, an zwei Regatten (Eilenburg und Kassel bzw. Bamberg mit jeweils einem Rennen über 3000 bzw. 1000 Meter) sowie zwei vorbereitende Wochenendelehrgängen teilzunehmen. Von den letztgenannten in Jena und Saalburg hatten wir schon berichtet und sie als gelungen bewertet. Das Soll von zwei Regatten wurde von allen Nominierten übererfüllt, die meisten von ihnen nahmen sogar an vier Rennwochenenden teil und zeigten trotz kleiner Höhen und Tiefen stets ihr Bestes. Das Thüringer BW-Team ist damit gefunden und wir freuen uns mit ihnen auf einen spannenden und erfolgreichen BW!

Den Anfang machte Justin Eberitzsch aus Lobenstein am 11. April bei der von der TRJ nicht eingeforderten Triton-Langstrecke in Leipzig. Nachdem er kurz zuvor schon Mitteldeutscher Ergometermeister in der AK 13 geworden war, bestätigte er seine gute Form auch auf dem Wasser und gewann das Rennen über 3000m souverän mit fast einer Minute Vorsprung. Seine Vereinskollegin Vivian Köcher errang im Mädcheneiner 13 Jahre einen guten 3. Platz, entschied sich aber in Abstimmung mit ihren Trainern, doch nicht am BW teilzunehmen und sich so ein wenig Leistungsdruck zu nehmen. Schade, aber verständlich. Vielleicht ist sie im nächsten Jahr wieder dabei, wir würden uns freuen.

Zwei Wochen später traten erstmals auch einige andere BW-Kandiat*innen in Berlin-Grünau zur Regatta an, wo die Jenaer*innen erst in den Wettkampfsport zurückfinden mussten. Paul Schmalenberg war als erster im leichten Einer AK 14 über 3000 Meter an der Reihe und kam als 5. im Mittelfeld über die Ziellinie. In seinem zweiten Rennen am Samstag über 1000m wurde er Zweiter und nur eine Nacht später konnte er seinen ersten Saisonsieg über die gleiche Distanz erringen. Der Mädchendoppelvierer der AK 12/13 mit Josie Voigt, Alina Rodegast, Maja Walz und Paula Linz hatte noch Schwierigkeiten zusammenzufinden. Unterstützt durch den Junioren Armin Krause als Steuermann wurden sie auf der Langstrecke Zweite, über 1000 Meter reichte es mit Paul als Steuermann am Sonntag „nur“ für den fünften von sechs Plätzen. Allerdings hatten die Mädchen mit zwei Rennen pro Tag auch ein ordentliches Pensum zu absolvieren. Am Samstag sicherten sich Alina und Josie über die kürzere Strecke den Sieg, am Sonntag belegten sie Platz 3. Paula und Maja mussten sich im leichten Doppelzweier an beiden Tagen ihren Gegnerinnen geschlagen geben. Justin hingegen hatte scheinbar keine Schwierigkeiten auf der Olympischen Regattastrecke von 1936. Er trat zwar nur am Samstag an, konnte sich aber erneut mit einigem Vorsprung über die 1000-Meterdistanz deutlich gegen die Konkurrenz durchsetzen.

Der erste echte, weil von der TRJ geforderte, Test für die BW-Kandidat*innen fand am 9. und 10. Mai im sächsischen Eilenburg statt. Diesmal konnte sich die ganze Mannschaft in guter Fassung präsentieren. Die Startschwierigkeiten der Berlinteilnehmer*innen waren vergessen. Krankheitsbedingt fehlten Josie und Paul, sodass der Mädchenvierer nicht fahren konnte und ein sicherer Sieggarant im Einer abwesend war. Pro Start ein Sieg war die hervorragende Bilanz der 13-jährigen Einerfahrer Jakob Tippner (Leichtgewicht) und Justin, mit je drei bzw. zwei Erfolgen. Erstmals stießen Florian Kühmstedt und Anton Disse zum Team. Im Doppelzweier zeigten sie über 3000 Meter mit dem dritten Platz im Feld von sechs Booten eine solide Leistung. Während Alina und Maja, die zum ersten Mal in dieser Saison gemeinsam im Zweier an den Start gingen, über 3000 Meter Abstimmungsschwierigkeiten hatten und als Dritte von drei einkamen, lief für Maja mit Paula im Schlagzahlrennen später am Tag alles glatt: die beiden siegten. Am Sonntag wurden 1000 Meter gerudert, als erster war Florian im leichten Einer 14 an der Reihe und konnte einen zweiten Platz ergattern. Dann kamen Maja und Paula in ihrem leichten Zweier 12/13 Jahre, wo sie sich den Konkurrentinnen aus Leipzig und Pirna geschlagen geben mussten. Ebenso erging es Anton und Florian im Zweier der AK 14.

Ende Mai ging es für die Jenaer BW-Kandiat*innen nach Hessen zum hessischen Landesentscheid nach Kassel, bei dem die hessischen BW-Teilnehmer gefunden wurden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und geben eine gute Aussicht für den Juli. Gegenüber Eilenburg konnte sich Jakob rein zeitmäßig im Einer deutlich steigern, auch wenn die Platzierung etwas schlechter ausfiel. Über 3000 Meter wurde er mit nur einer halben Sekunde Rückstand auf das Podest vierter und am Sonntag zweiter über 1000 Meter. Musste sich Paul Schmalenberg auf der Langstrecke noch mit dem zweiten Platz zufrieden geben, konnte er am Sonntag auf der kürzeren Distanz siegen und sich damit für den Einer beim BW empfehlen. Da Florian seine eigene Jugendweihe verständlicherweise nicht verpassen wollte, musste Anton in den ungeliebten Einer steigen und schlug sich dennoch wacker, mit einem 8. Platz auf der Langstrecke und dem 3. über 1000 Meter. Im Doppelzweier mit Paul erruderte Anton einen guten zweiten Platz vor zwei hessischen Booten und bewies damit seine Qualität im Mannschaftsboot. In besonders guter Verfassung zweigten sich die Mädels, die mit 26 Sekunden Vorsprung auf der Langstrecke, die hessische Konkurrenz klar hinter sich ließen und diesen Erfolg mit vier Sekunden Abstand am Sonntag über die kürzere Distanz wiederholten, als sie erstmals vom neuen Steuermann Tobias Meder unterstützt wurden. Ebenso gute Form bewiesen sie am Sonntag aufgeteilt in Doppelzweier, wo Maja und Paula in der leichten Klasse nach ihrem Erfolg im Eilenburger Schlagzahlrennen ihren ersten richtigen Sieg einfahren konnten. Alina und Josie kamen mit dem knappen Abstand von drei Sekunden in ihrem Rennen als zweite ins Ziel und komplettierten damit das hervorragende Ergebnis.

Der abschließende Test für Justin fand planmäßig im fränkischen Bamberg auf dem Main-Donau-Kanal statt und er ließ erneut keine Zweifel an seiner hervorragenden Form aufkommen. Mit 42 Sekunden Vorsprung dominerte er die Langstrecke noch deutlicher als in Eilenburg und siegte – man muss sagen erwartungsgemäß – auch in seinen zwei 1000-Meterrennen. Die Jenaer*innen hatten sich spontan entschlossen auch hier an den Start zu gehen und konnten an ihre guten Ergebnisse anknüpfen. Im leichten Einer der AK 13 empfahl sich erneut Jakob Tippner, der am Samstag mit 23 Sekunden Rückstand den zweiten Platz auf der 3000-Meterstrecke belegte, sich aber neu motivierte und den Langstreckensieger aus Nürnberg auf der kürzeren Distanz mit sieben bzw. acht Sekunden Samstag wie Sonntag schlug. Wieder zum Team zurückgekehrt erwischte Florian auf der Langstrecke einen besonders guten Start und wurde dritter, sogar noch vor Paul, der die fünftbeste Zeit hatte. Letzterer gab die vereinsinterne Niederlage später auf der kürzeren Strecke zurück, musste sich aber mit dem zweiten Platz begnügen, da ein Lauffener noch schneller war. Am Sonntag stand er mit dem 3. Platz erneut auf dem Podest, genau wie Anton und Florian im Doppelzweier. Der Mädchendoppelvierer mit Steuermann Tobias zeigte sich auf den 3000 Meter trotz Saisonbestzeit den beiden Münchner Booten unterlegen, revanchierte sich aber mit einer Sekunde Vorsprung am Sonntag und siegte auf 1000 Metern. Diesen Erfolg konnten Alina und Josie später auch im Doppelzweier wiederholen, während Maja und Paula als zweite ins Ziel kamen.


By:Anica Backhaus